DER deutsche Klassiker. Bei mir natürlich in der badischen (naja sagen wir süddeutschen) Variante mit Brühe, Essig und Öl gemacht. Kartoffelsalat ist relativ einfach zu machen aber schwer zu meistern. Ich dachte lange man bekommt das erst richtig hin wenn man weiblich ist und mindestens einen Enkel hat. Aber nach langem feilen an dem Rezept denke ich das es fast an das meiner Omas ran kommt.
Man muss wohl oder übel mit den Kartoffeln anfangen. Ich kann nur empfehlen auf den Wochenmarkt zu gehen und einen Gemüsehändler nach Kartoffeln für Kartoffelsalat zu fragen. Die Netze im Supermarkt funktionieren auch irgendwie aber man bekommt jedes mal eine andere Sorte und die eignen sich mal mehr, mal weniger für Kartoffelsalt.
Auf jeden Fall die Kartoffeln in stark gesalzenem Wasser und mit Schale kochen bis sie gar sind (lieber etwas zu weich als zu hart). Währenddessen setzt man einen kleinen Topf auf und kocht darin die Brühe auf ca 200 ml ein. Im Idealfall habt ihr eine Brühe in der ein Schinken oder ein Schäufele gekocht wurde. Rinderbrühe geht aber auch gut. Falls ihr keine selbstgemachte habt dann kauft eine gute aus dem Glas. Am besten ohne Geschmacksverstärker. Ruhig einen Euro mehr ausgeben. Hier lohnt es sich wirklich. Ich habe das ganze auch schon mit gekörnter Brühe probiert aber wenn man die so stark konzentriert, wie es für den Kartoffelsalat nötig ist, dann schmeckt sie furchtbar künstlich.
Die Kartoffeln abschrecken und möglichst noch lauwarm schälen. Am besten gerade im gleichen Arbeitsschritt zu möglichst dünnen Scheiben schneiden. Das ist wirklich wichtig. Sind die Scheiben zu dick, kommt weder die Stärke raus noch die Brühe rein. Dann hat man geschmacklose Kartoffelstücke in Brühe anstatt einem cremigen Salat. Also: Wirklich dünn (1-2 mm dick) schneiden und wenn dabei hin und wieder eine Kartoffel zerbröselt oder die Scheiben zerbrechen ist das egal.
Man sollte sich jetzt ein paar mal die Finger verbrannt haben und es sollte eine Schüssel Kartoffelscheiben vor einem stehen. Jetzt die Zwiebeln fein würfeln und zusammen mit dem gepressten Knoblauch, dem Senf und dem Essig in die heiße, konzentrierte Brühe geben. Einmal umrühren und dann über die Kartoffeln geben. Alles durchmischen und ordentlich mit Salz und Pfeffer abschmecken. 10 Minuten ziehen lassen.
Dann erst das Öl dazugeben. Nochmal eine Stunde ziehen lassen. Sollte er zu trocken sein mehr Öl hinzugeben. Nicht sparsam damit sein, ein Kartoffelsalat muss glänzen. Erneut abschmecken und mit Schnittlauch und Eiervierteln garniert servieren. Kartoffelsalat sollte unbedingt Zimmertemperatur haben oder sogar lauwarm sein. Kalt schmeckt er nach nichts. Sollte man ihn also im Kühlschrank aufbewahren müssen dann frühzeitig raus stellen.
Rezept für Kartoffelsalt
Zutaten:
- 1,5 Kilo festkochende, nicht zu große Kartoffeln
- 2 weiße Zwiebeln
- 2 Zehen Knoblauch
- 400 ml Brühe (Selbstgemacht oder aus dem Glas)
- 1 EL Weißwein- oder Apfelessig
- 1 EL Senf
- 6 EL Sonnenblumen oder Rapsöl (evtl mehr)
- Salz
- Pfeffer
- Schnittlauch
- evtl. gekochte Eier für die Deko
Methode:
- Kartoffeln mit Schale kochen bis sie gar sind
- Brühe in einem Topf auf die hälfte der Menge reduzieren
- Zwiebeln fein würfeln, Knoblauch sehr fein würfeln oder pressen
- Kartoffeln abschrecken und noch warm schälen
- Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden (1-2mm)
- Zwiebeln, Senf, Essig und Knoblauch in die noch heiße Brühe geben
- Brühe-Mischung über die Kartoffelscheiben geben und gut umrühren
- 10 Minuten ziehen lassen
- Öl dazu geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- 1 Stunde ziehen lassen und bei Bedarf nochmal Öl und Salz dazu geben
- Schnittlauch dazu geben und mit den geviertelten Eiern garnieren
- Bei Zimmertemperatur oder lauwarm servieren
