{"id":6,"date":"2015-06-10T13:51:48","date_gmt":"2015-06-10T11:51:48","guid":{"rendered":"http:\/\/h2846875.stratoserver.net\/foodblog2\/?p=6"},"modified":"2018-08-15T15:18:33","modified_gmt":"2018-08-15T13:18:33","slug":"bbq","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/domoprojekt.de\/foodblog\/bbq\/","title":{"rendered":"BBQ"},"content":{"rendered":"<p>Seit kurzem bin ich, zusammen mit ein paar Freunden, stolzer Besitzer eines Smokers (Genauer gesagt eines Chargrillers mit Sidefirebox). Die Zubereitungsart des langsamen Hei\u00dfr\u00e4uchern hat mich schon fasziniert seit ich sie kenne. Und seit ich letztes Jahr im Strandhaus in Lindau war (Wer dort vorbei kommt sollte unbedingt mal hin) und diese genialen Spareribs gegessen habe war klar das ich auch einen brauche.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b>Kleine Smoker-Warenkunde<\/b><\/p>\n<p>Das Bild das man so im Kopf hat sind die klassischen gro\u00dfen Lokomotiv-Smoker. Die sind wahrscheinlich auch das beste was man so f\u00fcr das BBQ kaufen kann, haben aber den Nachteil das die richtige Qualit\u00e4t (dicker Stahl 6-10 mm) unglaublich teuer ist (2000\u20ac aufw\u00e4rts). Das sind die einzigen Smoker in denen man mit Holz heizen kann. Holz brennt am hei\u00dfesten und nur der dicke Stahl h\u00e4lt diese Temperaturen dauerhaft aus. Blech w\u00fcrde schnell durchrosten.<\/p>\n<p>Diese Lokomotiv-Smoker gibts es auch in g\u00fcnstig, dann allerdings auch mit d\u00fcnner Stahlblechwand (oft auch selbstgebaut aus alten F\u00e4ssern). Die kann man durchaus auch zum smoken benutzen, dann aber nur mit Holzkohlebriketts. Au\u00dferdem kann man in der Garkammer nicht direkt grillen (oder nicht lange) weil der Stahl dort nicht daf\u00fcr gedacht ist und man meistens keinen Kohlekorb hat.<\/p>\n<p>Was auch gerne zum smoken benutzt wird ist ein Kugelgrill. Vorrausgesetzt man kauft sich das richtige Zubeh\u00f6r und der Grill hat eine anst\u00e4ndige Gr\u00f6\u00dfe kann er durchaus gut zum smoken benutzt werden. Hier bekommt man gute Qualit\u00e4t schon relativ g\u00fcnstig (z.B. den Weber 57) und kann damit auch noch gut direkt und indirekt grillen. Eigentlich ein guter Kompromiss aber f\u00fcr meine Zwecke zu klein.<\/p>\n<p>Die Variante die ich gew\u00e4hlt habe ist ein Char-Griller. Das ist von sich aus eigentlich nur ein gro\u00dfer Holzkohlegrill mit Deckel. R\u00fcstet man ihn aber mit einer Sidefirebox (seperate seitliche Brennkammer) aus dann wird er zum Multitalent. Man kann nat\u00fcrlich direkt darauf grillen (W\u00fcrstchen, Steaks, usw.), indirekt grillen bei h\u00f6heren Temperaturen (z.B. Beercanchicken), indirekt grillen bei niedrigen Temperaturen und wenn man der Kohle R\u00e4ucherchips hinzuf\u00fcgt eben auch smoken.<\/p>\n<p>Es gibt auch noch andere Varianten wie z.B. Watersmoker, Pelletsmoker, Keramiksmoker, etc. aber ich wollte hier nur die wichtigsten behandeln.<\/p>\n<p><b>Tipps zum Smoken<\/b><\/p>\n<p>Das einzig wichtige beim smoken ist eigentlich das man die Temperatur konstant h\u00e4lt. Die kann man \u00fcber zwei Faktoren regeln. Zum einen \u00fcber die Frischluftzufuhr zum Feuer (die meisten Grills haben daf\u00fcr regelbare Lufteinl\u00e4sse). Gibt es mehr Frischluft, gibt es mehr Sauerstoff und dadurch ein hei\u00dferes (aber auch schneller abbrennendes) Feuer. Der zweite Faktor ist die Menge und Qualit\u00e4t des Brennmaterials. Smoker mit Kaminklappe haben noch eine dritte M\u00f6glichkeit in dem sie regeln wieviel Hitze und Rauch aus dem Kamin abziehen kann.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Schale Wasser im inneren der Garkammer hilft dabei die Temperatur zu halten.<\/p>\n<p>Wirklich hilfreich ist ein Funkthermometer damit man nicht st\u00e4ndig zum Smoker rennen muss um die Temperatur zu checken. Au\u00dferdem ist es z.B. f\u00fcr Pulled Pork ein muss um die Kerntemperatur zu \u00fcberwachen<\/p>\n<p>Auch ein Muss ist der Anz\u00fcndkamin (oder besser zwei) um die Briketts schnell auf Temperatur zu bringen und damit eventuelle Temperatureinbr\u00fcche schnell auszugleichen.<\/p>\n<p>Die Wahl des Briketts ist eine Kunst f\u00fcr sich. Die K\u00f6nigsklasse sind z.B. die Greek Fire Briketts oder die Koksbriketts von Weber bei denen man schon mal 25-30\u20ac f\u00fcr den 10 Kilo Sack hinbl\u00e4ttert. So teuer muss es zwar nicht unbedingt sein aber ich w\u00fcrde auf Discounter- und Billigware verzichten. Allein schon wegen der Rauchentwicklung. Man will zwar smoken aber nicht unbedingt mit dem schwarzen Rauch aus den Holzkohlebriketts.<\/p>\n<p><b>Rezepte<\/b><\/p>\n<p>Nun aber zu den Rezepten. Klassisch beim BBQ sind H\u00e4hnchen, Spareribs, Pulled Pork (Schweineschulter) und Pastrami oder Brisket (beides Rinderbrust) in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad. An die ersten zwei habe ich mich schon gewagt und dabei ziemliche Begeisterung hervorgerufen.<\/p>\n<p><b>BBQ Rub<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>1 Teil Salz<\/li>\n<li>1 Teil brauner Rohrzucker<\/li>\n<li>1 Teil Paprika (gerne auch ger\u00e4uchert)<\/li>\n<li>1 Teil schwarzer Pfeffer<\/li>\n<li>1 Teil Knoblauchpulver<\/li>\n<li>1 Teil Zwiebelpulver<\/li>\n<li>1 Teil Senfpulver<\/li>\n<li>1 Teil Kr\u00e4utermischung &#8211; selbst gemischt aus Rosmarinpulver, getrockneter Thymian, getrockneter Oregano, getrockener Majoran<\/li>\n<li>nach belieben Cayennepfeffer<\/li>\n<\/ul>\n<p>Oft arbeitet man beim BBQ mit einer Trockenmarinade (Dry Rub). Die hat den Vorteil das sie (im Vergleich zu auf \u00d6l basierenden Marinaden) das Fleisch nicht versiegelt sondern den Rauch ins Fleisch ziehen l\u00e4sst. Allerdings muss ein Rub immer etwas fr\u00fcher aufgetragen werden damit er richtig wirken kann. Ich mariniere deshalb immer schon am Abend vorher.<\/p>\n<p>Man mischt einfach alles in einer Sch\u00fcssel zusammen.L\u00e4sst sich (solange es noch nicht mir Fleisch in Ber\u00fchrung war) super aufbewahren und ist auch sonst als Grillgew\u00fcrz wirklich gut.<\/p>\n<p><b>Smoked BBQ Chicken Wings<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>H\u00e4hnchenfl\u00fcgel (nicht an der Qualit\u00e4t sparen, Kikok z.b. sind gut)<\/li>\n<li>Lieblings BBQ Sauce<\/li>\n<li>BBQ Rub (siehe oben)<\/li>\n<li>R\u00e4ucherchips<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Wings am Vorabend gro\u00dfz\u00fcgig mit dem Rub einreiben und dann in einer Tupperbox oder Auflaufform \u00fcber Nacht im K\u00fchlschrank aufbewahren.<\/p>\n<p>Das smoken an sich ist dann eigentlich eine relativ simple Sache. Man stellt die Temperatur am Smoker auf ungef\u00e4hr 120-130 Grad Celsius (240-260 Fahrenheit) ein und gibt eine Hand voll eingeweichte R\u00e4ucherchips zur Kohle. Dann die Wings f\u00fcr 1,5 Stunden r\u00e4uchern. Sie sollten jetzt eine sch\u00f6ne braune Farbe haben. Mit der BBQ Sauce einstreichen. Dann nochmal 2-2,5 Stunden bei gleicher Temperatur weitergaren (ohne Rauch). Ich mache sie gerne parallel zu Spareribs auf dem selben Smoker, da sich die beiden nicht in die Quere kommen.<\/p>\n<p><b>3-2-1 BBQ Spareribs<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Sch\u00e4lrippchen oder Kotlettrippchen<\/li>\n<li>Lieblings BBQ Sauce<\/li>\n<li>Apfelsaft<\/li>\n<li>BBQ Rub (siehe oben)<\/li>\n<li>R\u00e4ucherchips<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Name 3-2-1 Methode bezieht sich auf die verschiedenen Phasen und deren Dauer in Stunden. In der ersten Phase wird 3 Stunden lang ger\u00e4uchert, in der zweiten wird 2 Stunden lang in Alufolie gegart und in der dritten nochmal 1 Stunde ohne Folie aber mit BBQ Sauce glasiert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/h2846875.stratoserver.net\/foodblog\/foodblog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/bbq_1_raw.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-114 size-large\" src=\"http:\/\/h2846875.stratoserver.net\/foodblog\/foodblog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/bbq_1_raw-1024x576.jpg\" alt=\"bbq_late\" width=\"648\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/domoprojekt.de\/foodblog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/bbq_1_raw-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/domoprojekt.de\/foodblog\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/bbq_1_raw-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 648px) 100vw, 648px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich nehme meistens Sch\u00e4lrippchen (in den USA St. Louis Style genannt) vom Schw\u00e4bisch H\u00e4llischen Schwein. Kotelettrippchen (auch Babybackrips) genannt w\u00fcrden ebenfalls gehen und werden von vielen sogar bevorzugt. Auf jeden Fall sollte man beim Metzger vorbestellen und eine gute Qualit\u00e4t verlangen. Es gibt nichts schlimmeres als Rippchen die kaum Fleisch an den Knochen haben.<\/p>\n<p>Anfangen tut man wie immer beim Rub. Hier kann man das Rezept von oben etwas abwandeln wenn man will, denn Schweinefleisch vertr\u00e4gt etwas mehr Zucker. In den USA wird es in manchen Regionen beinahe Bonbons\u00fc\u00df zubereitet. Ich bleibe aber beim Basisrub und nehme sp\u00e4ter eine etwas intensivere BBQ Sauce zum glasieren.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall sollte man die d\u00fcnne Haut von der Knochenseite abl\u00f6sen. Geht am besten mit einer Gabel und K\u00fcchenpapier. Dann werden die Rippchen gro\u00dfz\u00fcgig mit Rub eingerieben (Seiten nicht vergessen) und entweder in Frischhaltefolie eingewickelt oder eng zusammengepackt in einer gro\u00dfen Frischhaltedose \u00fcber Nacht in den K\u00fchlschrank gestellt.<\/p>\n<p>Die Rippchen ruhig etwas vor der Zubereitung aus dem K\u00fchlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur kommen lassen. Dann den Smoker anheizen und die Temperatur auf 120-130 Grad Celsius (240-260 Fahrenheit) einpendeln. Eingeweichte R\u00e4ucherchips hinzuf\u00fcgen und die Rippchen auflegen. Ich benutze Spareribshalter um sie senkrecht aufstellen zu k\u00f6nnen und damit mehr auf den Grill zu bekommen. Das ganze so 3 Stunden weiter betreiben. Nach 90 Minuten kann man mit den R\u00e4ucherchips aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Nach den 3 Stunden kommen die Rippchen vom Grill und werden einzeln in Alufolie gepackt (extrabreite Alufolie kaufen). Luftdicht verschlie\u00dfen aber zuerst noch eine Seite offen lassen. Durch die \u00d6ffnung etwa 1 Essl\u00f6ffel einer 1:1 Mischung aus Apfelsaft und BBQ Sauce einf\u00fcllen. Zur\u00fcck in den Smoker und nochmal 2 Stunden weitergaren (Temperatur bleibt bei 120-130 Grad).<\/p>\n<p>Nach insgesamt 5 Stunden befreit man die Ribs vorsichtig wieder von der Alufolie. Sie fallen inzwischen beinahe vom Knochen. Jetzt glasiert man sie mithilfe eines Pinsels mit einer BBQ Sauce seiner Wahl. Hier kann man gut nochmal den eigenen Geschmack einflie\u00dfen lassen. Wer es sch\u00e4rfer mag nimmt eine mit Chili, wer es s\u00fc\u00dfer mag nimmt eine mit Honig, etc. Dann kommt das ganze noch ein letztes mal f\u00fcr eine Stunde auf den Grill.<\/p>\n<p>Serviert werden sie dann einfach in Portionsst\u00fccke geschnitten mit BBQ Sauce und typischen Grillsalaten als Beilage (Coleslaw w\u00e4re in den USA der \u00fcbliche Verd\u00e4chtige).<\/p>\n<p>Manche BBQer meinen das die Rippchen durch das garen in der Alufolie zu weich werden. Mir schmecken sie so besser und meinen Freunden auch. Wer sie fester will einfach die Alufolie weglassen und daf\u00fcr in den zwei Stunden hin und wieder mit etwas Apfelsaft bestreichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit kurzem bin ich, zusammen mit ein paar Freunden, stolzer Besitzer eines Smokers (Genauer gesagt eines Chargrillers mit Sidefirebox). Die Zubereitungsart des langsamen Hei\u00dfr\u00e4uchern hat mich schon fasziniert seit ich sie kenne. 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