{"id":247,"date":"2015-12-26T16:05:14","date_gmt":"2015-12-26T15:05:14","guid":{"rendered":"http:\/\/domoprojekt.de\/?p=247"},"modified":"2018-08-15T15:18:20","modified_gmt":"2018-08-15T13:18:20","slug":"chili-con-carne-texas-style","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/domoprojekt.de\/foodblog\/chili-con-carne-texas-style\/","title":{"rendered":"Chili con Carne (Texas Style)"},"content":{"rendered":"<p>Leute sind\u00a0immer schnell dabei L\u00e4nderbezeichnungen an Rezepte zu h\u00e4ngen. Wenn man bei Chefkoch z.B. nach &#8222;Burger&#8220; sucht kommt man schnell zum &#8222;All American Burger&#8220; bei dem Zwiebeln in das Fleisch gemischt werden und der durch gebraten wird &#8230; . Mit dem Chili con Carne ist das \u00e4hnlich. Ein &#8222;echtes&#8220; amerikanisches Chili con Carne gibt es schlicht und einfach nicht. Trotzdem steht\u00a0an vielen Rezepten &#8222;Texas Chili con Carne&#8220; oder &#8222;Original Chili con Carne&#8220;. \u00a0Was wir hier als Chili con Carne kennen ist eher die Zivilisationsvariante des Gerichts und wird so auch im Norden der USA gemacht. Hackfleisch, Bohnen, Tomaten etc. Das schmeckt auch super und ich habe auch ein <a href=\"http:\/\/h2846875.stratoserver.net\/foodblog\/?p=223\" target=\"_blank\">gutes Rezept daf\u00fcr<\/a>, aber es hat nix mit dem Original aus Texas zu tun. Dort kochten fr\u00fcher die Cowboys aus Trockenfleisch, Gew\u00fcrzen (u.a. viel Chili) und Wasser einen Eintopf wenn sie unterwegs waren. Wie der Name schon sagt besteht er quasi nur aus Chili und Fleisch. Bis heute halten die Texaner das so und haben nur das Trockenfleisch durch normales ersetzt (Kein Hackfleisch). Ich werde mich nat\u00fcrlich h\u00fcten das &#8222;Original texanisches Chili con Carne&#8220; zu nennen aber ich denke Texas Style ist ein angemessener Begriff.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zutaten;<\/p>\n<ul>\n<li>1kg durchwachsenes Rindfleisch (Nacken, Shortribs, Hochrippe)<\/li>\n<li>6-10 diverse getrocknete Chilis (mehr dazu unten im Text)<\/li>\n<li>1 Zwiebel<\/li>\n<li>3 Knoblauchzehen<\/li>\n<li>2El Wei\u00dfweinessig<\/li>\n<li>2El Zucker<\/li>\n<li>1\/2Tl Kreuzk\u00fcmmel<\/li>\n<li>600 ml Rinder- oder Gefl\u00fcgelbr\u00fche<\/li>\n<li>Salz<\/li>\n<li>Pfeffer<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie man sieht keine Bohnen, keine Tomaten, kein Hackfleisch. Das ganze wird eigentlich eher wie ein Gulasch gekocht. Mit dem entscheidenden Unterschied der Chilis. Hier ist etwas vorbereitende Logistik notwendig. Durch die N\u00e4he zu Mexiko (Texas geh\u00f6rte sogar einige Jahre zu Mexiko) \u00a0haben die Texaner Zugriff auf die wunderbare Chilivielfalt von Mexiko. Tasts\u00e4chlich gibt es in der mexikanischen K\u00fcche ein Gericht das Carne Guisada hei\u00dft und fast gleich zubreitet wird wie dieses Chili. Mexikaner kochen mit zig unterschiedlichen Chilischoten die einem eine unglaubliche Geschmacksvielfalt bieten. Wenn wir an Chili denken dann kommt bei uns nur die Sch\u00e4rfe in den Sinn. In Mexiko hingegen werden getrocknete und eher mildere Sorten verwendet die dann zu Pasten verarbeitet werden und als Geschmacksbasis f\u00fcr viele Gerichte dienen. Man kann sie Online ziemlich gut beziehen und dann auch locker einige Monate aufbewahren. Ich habe mich f\u00fcr diese Sorten entschieden<\/p>\n<ul>\n<li>Guajillo (mild aber mit starkem Chiligeschmack),<\/li>\n<li>Ancho (sehr Mild, fast wie Paprika, eher s\u00fc\u00dflich),<\/li>\n<li>Arbol\u00a0(scharf, eher eine klassische Chili)<\/li>\n<li>Chipotle (ger\u00e4ucherte Jalapenos)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die getrockneten Chilis sind essentiell f\u00fcr das Chili (Wie der Name schon sagt). Wenn man sie nicht hat braucht man erst garnicht anfangen. Sie werden zuerst zu einer Paste verarbeitet. Dazu werden sie f\u00fcr eine halbe Stunde in hei\u00dfem Wasser eingeweicht. Wenn sie weich sind kann man die aufschneiden und die Kerne entfernen. Was dann \u00fcbrig bleibt kommt mit dem Einweichwasser in einen Mixer und wird gut p\u00fcriert. Ich verwende hierf\u00fcr einen Standmixer weil der feiner p\u00fcriert und ich keine Chilihautfitzelchen im fertigen Essen haben will.<\/p>\n<p>Die andere namensgebende Zutat ist das Fleisch. Man k\u00f6nnte Rindergulasch nehmen (wird bei uns h\u00e4ufig aus der Keule geschnitten) aber in Texas wird fetteres Fleisch bevorzugt (das wird dann auch zarter beim Schmoren). \u00a0Hier eignen sich Nacken, Schulter oder Hochrippe. Ich habe auch schon Shortribs benutzt (bekommt man hier leider selten) die durch den Knochen noch etwas mehr Geschmack geben. Im Normalfall w\u00fcrd ich f\u00fcr einen Eintopf aber immer zu Hochrippe tendieren weil es ein tolles Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis hat und wunderbar Zart und aromatisch wird wenn man es l\u00e4nger schmort.<\/p>\n<p>Das Fleisch wird in grobe W\u00fcrfel geschnitten und dann kr\u00e4ftig angebraten. Wenn es Farbe angenommen hat herausnehmen und die sehr fein gew\u00fcrfelte Zwiebel im gleichen Topf glasig d\u00fcnsten. Dann alle restlichen Zutaten in den Topf geben und bei niedriger Temperatur m\u00f6glichst lange, ohne Deckel k\u00f6cheln lassen. Das k\u00f6nnen gut und gerne 3 Stunden sein.\u00a0Dabei darauf achten\u00a0das das Fleisch nicht zerkocht. Man sollte es mit einer Gabel zerteilen k\u00f6nnen aber es sollte noch seine Form behalten und nicht schon beim kochen in einzelne Fasern zerfallen. Den langen Garprozess kann man ruhig \u00fcber Nacht unterbrechen. Das tut dem Chili sogar gut. Ebenfalls ist es keine schlechte Idee das Chili nach dem kochen abk\u00fchlen zu lassen und sp\u00e4ter oder am n\u00e4chsten Tag nochmal zu erw\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Im Idealfall hat man jetzt schon eine sch\u00f6ne dickfl\u00fcssige Sauce. Sollte das nicht der Fall sein dann einfach mit etwas St\u00e4rke abbinden (St\u00e4rke in etwas Wasser aufl\u00f6sen, zum Chili geben und kurz unter r\u00fchren aufkochen). Die Texaner machen das mit Masa Harina. Das ist das Maismehl aus dem Tortillas gemacht werden. Ich glaube aber nicht dass man da einen Unterschied schmeckt. Auf jeden Fall sollte man nochmal mit Salz, Zucker und Essig abschmecken. Das Chili sollte ganz leicht s\u00fc\u00dflich aber trotzdem Herzhaft schmecken.<\/p>\n<p>Serviert wird das es in einer Sch\u00fcssel (die Texaner sprechen dann von einer &#8222;Bowl of Red&#8220;). Toppen kann man das ganze mit Cheddar K\u00e4se, Korrianderbl\u00e4ttern, Fr\u00fchlingszwiebeln und\/oder Sauerrahm. Dazu passt am besten Brot oder Tortillas. Wenn ihr es zum ersten mal probiert werdet ihr euch wundern wo der ganze Geschmack herkommt. Unglaublich was diese Chilis an Aromen und Komplexit\u00e4t entwickeln. Ich h\u00e4tte z.B. schw\u00f6ren k\u00f6nnen das in der Sauce mindestens eine Flasche Rotwein mitgekocht hat.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte noch einen kleinen Trick hervorheben der hier benutzt wird. Und zwar dreht er sich um den Essig und den Zucker. Die beiden neutralisieren sich von der S\u00e4ure und S\u00fc\u00dfe her eigentlich aber geben dem Gericht einen sch\u00f6nen tiefen Geschmack. Das kann man in vielen Rezepten machen (z.b. Bolognese, Gulasch oder Tomatensuppe).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leute sind\u00a0immer schnell dabei L\u00e4nderbezeichnungen an Rezepte zu h\u00e4ngen. 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